Spendenaufruf :

Hilfe für die Meeresschildkröten an den Pazifikstränden von Hamburgs Partnerstadt León in Nicaragua

Jahrelang wurde man meist nur durch die Naturkatastrophen aufmerksam auf das kleine Land, das sich lange in der Hoffnung sonnte, nach einer blutigen Revolution Frieden, Glück und Fortschritt gefunden zu haben.

Wenige dürften sich erinnern, dass 1998 nach dem schweren Hurrikan Mitch, der fast 5000 Menschen das Leben gekostet und im ganzen Land schwerste Verwüstungen angerichtet hatte, Hamburger BürgerInnen zusammen mit ihrem Ersten Bürgermeister mehr als eine Million USD an Spenden gesammelt hatten, um ihren FreundInnen in Übersee solidarisch und unbürokratisch zu helfen.

Einige der nicaraguanischen Frauen, die damals vor Ort mitgeholfen hatten, dass die se Hilfe sauber und voll der betroffenen Bevölkerung zugutekam, war Lucia, die heute noch am Pazifikstrand in Salinas Grandes, in Divino Niño, in einem schlichten Häuschen wohnt.

Während meiner fast 25-jährigen Arbeit in Leon sind wir uns immer mal wieder über den Weg gelaufen - ich mit Projekten wie der längst geschlossenen "Clinica Movil", die auch ihre Gemeinde versorgt hatte, oder mit den immer noch bestehenden Projekten des einstigen Hamburger Vereins "Helft Nicaraguas Kindern" - den Projekten für Kinder in Not, wie "Chavaladas", die Straßenkinder oder "Niños del Fortín", die Kinder vom Müllberg - heute beide vom Nicaragua-Verein Hamburg betreut –

Seit geraumer Zeit ist Lucia auf der Suche nach Hilfe zur Verwirklichung ihres Traumes: "Rettung für die Meeresschildkröten am Strand ihres kleinen Dorfes in Hamburgs Partnerstadt Leon".

Nicaragua gehört zu einem wenigen Ländern, an dessen Stränden jährlich Tausende Große und kleine Meeresschildkröten verschiedenster Spezies anlanden (zurückkehrend an die Strände ihrer Geburt) um jetzt selbst ihre über 50 Eier abzulegen und wieder im Meer zu verschwinden.

Während an der Atlantikküste Nicaraguas diese "riesigen" Schildkröten ein billiges Nahrungsmittel der indigenen armen Bevölkerung sind und "gnadenlos" gejagt bzw. abgeschlachtet werden, sieht die Situation an der Pazifikküste Nicaraguas, wo Leon liegt, etwas anders aus.

Hier werden sie nicht abgeschlachtet - NEIN - man ist etwas "gnädiger" mit ihnen - man "raubt" ihnen "nur" ihre gesamten Eier und bringt sie in den feinen oder weniger feinen Restaurants des Landes den "Gourmets" auf den Tisch, die überall auf der Welt fast alles schlucken, was gut schmeckt und teuer ist.

Dagegen gibt es schon seit Jahren die verschiedensten Umweltschutz-Organisationen, die immer wieder gegen ankämpfen. Aber das "Ausbuddeln" der am Strand abgelegten Eier ist für die armen KüstenbewohnerInnn eine der wenigen Möglichkeiten für ein paar Monate ihr Leben besser fristen zu können - auf Kosten der Umwelt und der Meeresschildkröten.

Also "klaut" jeder, der kann und wo er kann, die im Sand verbuddelten Eier - selbst in den offiziellen mit ausländischem Geld finanzierten Schutzprojekten werden die Eier wieder ausgebuddelt und auf dem Markt oder direkt an die Restaurants verscheuert.
JETZT aber kommt Lucía mit Pedro und mit ihren FreundInnen - arm aber mit einem großen Herz für "ihre tortuguitas" - wie kann man diesen Kreislauf durchbrechen - wie kann man erreichen, dass auch ihre Kinder, Enkel und Urenkel sich noch an diesen "Monstern" des Meeres freuen.

Einkommen gegen Armut und trotzdem Schutz für die Schildkröten - für die Natur - ist das möglich?

Mich hat sie jedenfalls in den leider letzten Monaten meiner langen Zeit in Nicaragua damit überzeugt und ich will versuchen möglichst viele andere, mit Hilfe des Nicaragua-Vereins Hamburg und seines Partner, der nicaraguanischen Umweltorganisation SONATI -  auch zu überzeugen.

Lassen wir doch diese Riesenschildkröten ihre Eier in Ruhe einbuddeln - sie sind ja lange manchmal um den halben Erdball geschwommen – lassen wir dann eben notgedrungen diese "Eier-Räuber" ihr schändliches Handwerk tun - sie haben ja auch Hunger und müssen ihre Kinder satt kriegen.

ABER - lasst uns doch dann schlicht und einfach den "Eier-Räubern" ihre Eier zum marktüblichen Preis abkaufen und so schnell wie möglich wieder einbuddeln und unter Bewachung zum Schlüpfen bringen - so haben beide was davon.

Dank Lucía und ihrer Mitstreiterinnen existiert seit einiger Zeit ein bewachter geschützter Brutplatz für die geretteten Meeresschildkröten von Salinas Grandes am Pazifikstrand von León - jetzt gerade im Juli hat wieder die jährliche "arribada"1 angefangen – Etwa 50 Eier "wandern" in einen Nistplatz und nach etwa 45 bis 50 Tagen schlüpft die neue Generation und der Kreislauf der Natur beginnt von Neuem - UND - Lucía führt ganz genau Buch und rechnet gewissenhaft ab über die von den "patrocinadores"2 finanzierten Nistplätze.

Der folgenden Text beschreibt das Projekt "Schildkröten", das vom Nicaragua Verein Hamburg (in Zusammenarbeit mit dem nicaraguanischen gemeinnützigen Verein SONATI) in Leon zusammen mit Lucía und ihren Helferinnen koordiniert und unterstützt wird.

Projekt „Tortuguitas“:  Stärkung der Schildkrötenaufzucht

Das Projekt wird von dem Verein SONATI-Nicaragua durchgeführt.

Jürgen Steidinger

 

Für das Projekt werden aktuell Spenden benötigt:


Spenden an:

Nicaragua Verein Hamburg e.V.

IBAN: DE30 2001 0020 0051 1372 05

BIC: PBNKDEFF200

Stichwort: Schildkröten*


*Bei Angabe von Name und Adresse im Feld Verwendungszweck stellen wir eine Bestätigung über Spenden/Zuwendungen aus.

 

Tortuguitas - Stärkung der Schildkrötenaufzucht

Gerade geschlüpfte Schildkröten streben dem Meer zu

Das Projekt wird von dem Verein SONATI-Nicaragua durchgeführt.

SONATI führt seit 2010 Umweltprojekte durch. Zu den Aktivitäten von SONATI gehört Umwelterziehung in Schulen, Führungen in Naturschutzgebieten und in Grünflächen innerhalb der Stadt, Umweltkampagnen. Die Veranstaltungen sind für die vielen Kinder und Jugendlichen kostenlos. Sie werden durch die Ausstattung mit Kenntnissen und Handwerkszeug in die Lage versetzt, aus den Stadtteilen heraus für ökologische Veränderungen eintreten zu können.

Mit dem Projekt soll die Schildkrötenaufzucht in Las Garitas gestärkt werden. Die Sensibilisierung für den Schildkrötenschutz in der Gemeinde und die Ausstattung der Aufzuchtsstätte sollen verbessert werden. Schwerpunkt ist die Sensibilisierung für die Problematik der bedrohten Bastardschildkröte und der Lederschildkröte. Die Bastardschildkröte steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten und es wird befürchtet, dass die Lederschildkröte in 30 Jahren ausgestorben ist. Außerdem sollen in einem Pilotprojekt Patenschaften für die Rückführung der Eier in den ökologischen Kreislauf gefördert werden. Dies soll durch den Aufkauf von Eiern, die für Restaurants bestimmt waren, erreicht werden. Außerdem soll die Aufzucht durch die neuerliche Eiablage und das Schlüpfen der Schildkröten gefördert werden.

Was tut das Projekt:

- Untersuchung der Gemeinde: Verbesserung der Information über die Gemeinde „Las Garitas“ in Salinas Grandes (Zahl Erwachsener Frauen und Männer, Mädchen und Jungen , Schulbesuch, Wirtschaftstätigkeit, Aufenthaltsdauer in der Zone)

- Umwelterziehung: Durchführung von Seminaren und Umwelterziehung vor Ort in der Gemeinde Las Garitas

- Schildkrötenaufzucht: Sicherung und Erweiterung der Aufzuchtstätte durch den Bau eines Maschendrahtzauns mit dem Ziel, eine höhere Zahl von geschlüpften Schildkröten zu erreichen.

- Öffentlichkeitsarbeit: Der Schildkrötenaufzucht soll in den Schulen, bei den Einwohnern von Salinas Grandes und bei Touristen von SONATI bekannt gemacht werden. Den in- und ausländischen Touristen werden Führungen zur Zeit des Schlüpfens angeboten.

Für das Projekt werden aktuell Spenden benötigt:

Spenden an:

Nicaragua Verein Hamburg e.V.

IBAN: DE30 2001 0020 0051 1372 05

BIC: PBNKDEFF200

Stichwort: Schildkröten*


*Bei Angabe von Name und Adresse im Feld Verwendungszweck stellen wir eine Bestätigung über Spenden/Zuwendungen aus.