Das Hamburger Haus - ein Haus der Partnerschaft!

Tag der offenen Tür

Alle wissen, dass das „Hamburger Haus“ in León nicht nur das offizielle Büro der Städtepartnerschaft ist, sondern auch von Organisationen der Zivilgesellschaft, die im Rahmen dieser Städtepartnerschaft arbeiten. Z-B. die Vertretungen des Freundeskreises Hamburg-León, und des Nicaragua Vereins Hamburg.

Das „Hamburger Haus“ beherbergt außerdem die Vertretung der Städtepartnerschaft New Haven - USA.

Obwohl wir das Haus schon seit einigen Jahren miteinander teilen, sind die verschiedenen Formen der Zusammenarbeit mit Hamburg für viele immer noch schwer zu verstehen. Obwohl wir alle einen gemeinsamen Nenner haben, sind die verschiedenen Organisationen voneinander unabhängig, und wir haben sowohl Ähnlichkeiten als auch Unterschiede in der Form unserer Arbeit.

Eine der gemeinsamen Aktivitäten jedes Jahr ist die Feier zur Erinnerung an die Unterschrift unter das erste Abkommen zur Städtepartnerschaft. Hier gibt es die Möglichkeit, nicht nur die Aktivitäten im Rahmen der Städtepartnerschaft vorzustellen, sondern auch die Kontakte zwischen den Organisationen, die Unterstützung aus Hamburg erhalten, zu stärken. Es ist auch wichtig, der Leoner Bevölkerung bewusst zu machen, dass eine Vielzahl von Projektinitiativen unterstützt worden sind, wodurch auch die Freundschaft vertieft wurde. Das gilt auch weiterhin, obwohl diese Freundschaft sich manchmal aufgrund der Realitäten in der jeweiligen Stadt abkühlt, aber es besteht die Überzeugung, weiterhin auf rationale und nachhaltige Weise Unterstützung zu leisten.

In Vertretung für Hamburg

Somit nehmen wir als Vertreterinnen von Hamburg an Treffen oder Feiern der Deutschen Botschaft und an Aktivitäten der Stadtregierung oder der Zentralregierung teil. Die letzte Feier war der erste internationale Kongress von Städtepartnerschaften in Managua. Wir legen immer Wert darauf, uns zu einigen, um gemeinsam die Städtepartnerschaft zwischen Hamburg und León in ihren verschiedenen Facetten zu vertreten. Gleichermaßen kümmern wir uns um Delegationen oder Personen, die mit dem Ziel aus Hamburg kommen, unsere Arbeit kennen zu lernen.

Das „Hamburger Haus“ ist ein Raum der Partnerschaft, denn hier sind nicht nur Hamburger Organisationen vertreten, sondern auch aus den USA. Wir treffen uns auf der Suche nach einer Form von Kooperation von unterschiedlichen Standpunkten und Unterstützungsbereichen, aus denen die Bewohnerinnen der Partnerstadt León eine nachhaltige Entwicklung ermöglicht wird.

In meiner persönlichen Erfahrung in der Arbeit mit dem Nicaragua Verein habe ich Zufriedenheit und Enttäuschungen erlebt, denn es gibt Organisationen, die mit wenig Unterstützung große Erfolge erreicht haben. Es war eine Saat, die sich weiterentwickelt hat. Andere hingegen können die manchmal erhebliche Unterstützung aufgrund von internen Differenzen oder Mangel an Visionen nicht nutzen. Man muss anerkennen, dass in diesen Fällen auch eine Verantwortung der kooperierenden Organisationen besteht, die über viele Jahre Hilfe in Form von nicht nachhaltiger Assistenz geleistet haben. Aus den Irrtümern kann man auch lernen!

Ich kann den menschlichen Aspekt nicht ignorieren. Es ist schön, direkt die Menschen kennen zu lernen, die aus einer Initiative Nutzen ziehen und ihre Aktivitäten zu teilen. Insbesondere in den Projekten, in denen Kinder mit ihren Familien betreut werden. Wenn man eine Veränderung in der Einstellung, in den Beziehungen oder in Verhaltensweisen von Kindern und ihren Angehörigen beobachtet, gibt das neue Energie und Motivation, um weiter nach Unterstützung zu suchen.

Es ist eine große Bereicherung, sich mit Leuten auszutauschen und von ihren Erfahrungen zu lernen. Wobei hierbei nicht nur eine Arbeitsbeziehung besteht, sondern sich auch menschliche Beziehungen entwickeln. Man lernt die Organisationen kennen und hat die Möglichkeit, über die auftretenden Probleme aufrichtig zu sprechen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Hier absolut mit dem Bewusstsein, dass man Unterstützung leistet und mit Menschen arbeitet. Diese Perspektive wird häufig in der Entwicklungs-Zusammenarbeit und bei der Suche nach der so sehr erwünschten Nachhaltigkeit vergessen. Hierbei wird das Technische und die kalten Zahlen, die die Ergebnisse ausdrücken, am wichtigsten, ohne zu wissen, ob es wirklich das ist, was die Leute wollen oder brauchen.

Die Erfahrungen, die ich bei dieser Arbeit gewonnen habe, würde ich für nichts eintauschen. Ich habe gelernt, auf beiden Seiten zu stehen. Als Vertreterin gegenüber den Organisationen, die unterstützt werden, als auch  darauf achte, dass die Vereinbarungen eingehalten werden, und als Kontaktperson in León gegenüber dem Nicaragua Verein stehe. Das ist keine leichte Rolle, vor allem, immer ein Gleichgewicht zu erreichen, aber es ist möglich. Es ist wichtig, das Gerechteste und am ehesten das Nachhaltige für die Menschen in León zu erreichen.          

 Eylin Somarriba (Übersetzung Karin Uhlenhaut)

 

aus: Rundbrief 2016