León touristisch

Auf dieser Seite wollen wir nach und nach Eindrücke aus León und Umgebung vermitteln. Dies ist kein Reiseführer, aber sicherlich eine kleine Anregung oder Erinnerung an Léon.

Sehenswertes in der Stadt

Der Stadtkern Leons ist zum großen Teil im Kolonialstil erhalten mit den für diese Zeit typischen Häusern mit großen Patios. Es lohnt sich, durch die Straßen zu schlendern, um einen Eindruck zu bekommen. Dabei fallen einem die vielen Kirchen ins Auge, von denen ich hier nur einige nennen möchte: Die wohl beeindruckendste ist die zwischen 1747 und 1825 erbaute Catedral Metropolitana direkt am Parque Central. In ihr befinden sich ein edelsteinbesetzter Tabernakel, eine Christusstatue aus Elfenbein, der Christus von Esquipulas und Statuen der zwölf Apostel, zu deren Füßen sich das Grab des bekanntesten Nicaraguanischen Dichters Ruben Dario befindet. Im Büro des Bischofs neben der Kathedrale können Gruppen sich für eine englisch- oder spanischsprachige Führung anmelden, zu der die Besichtigung der Gewölbe und des Dachs gehören. Weitere interessante Kirchen sind La Recolección, La Merced, San Francisco, aber auch die Iglesia Zaragoza und die von Guadalupe. Sehenswert ist auch das Verwaltungsgebäude der Universität. Die kleinen Parks und besonders der Parque Central laden zu Verschnaufpausen im Schatten der Bäume ein.

Neben dem Rathaus ist ein kleiner Gedenkplatz für die Märtyrer und Helden der Revolution. Dort befindet sich das große Wandbild der Geschichte Nicaraguas, das der Hamburger Künstler Sönke Nissen zusammen mit mehreren Leóner Kollegen gemalt hat.

León hat auch eine Reihe sehenswerter Museen. Das älteste ist das ehemalige Wohnhaus des Nationaldichters Ruben Dario. Dort befindet sich eine Ausstellung mit Wissenswertem über sein Leben. Ein Muss ist der Besuch der neu gegründeten »Fundación Ortiz Gurdián«, eines Kunstmuseums mit einer Abteilung für europäische Sakralmalerei des 16. bis 18. Jahrhunderts und einer Sammlung moderner Nicaraguanischer Maler sowie einiger lateinamerikanischer Maler. Einige besonders schöne Stücke des Nicaraguanischen Keramikkunstgewerbes kann man dort ebenfalls bewundern. Das kleine »Museum der Legenden« befindet sich im ehemaligen »Somoza-Gefängnis«. Dort werden einige Nicaraguanische Sagen mit ihren Figuren dargestellt. Aktuelle Kunstausstellungen werden regelmäßig in der »Casa de Cultura« gezeigt.

Um einen Überblick über die ganze Stadt mit der Vulkankette im Hintergrund zu bekommen, fährt man zum etwas außerhalb gelegenen El Fortín, der ehemaligen »Somoza-Festung« mit Gefängnis. Bei der Fahrt hier herauf sieht man die nichttouristische Seite der Stadt – den Müllberg, auf dem viele Familien Wertstoffe heraussortieren und so ihren Lebensunterhalt verdienen.

Frauke Finster

Das Theater »José de la Cruz Mena« - ein Besuch lohnt sich!

Wer einige Tage in León verweilt, sollte unbedingt einmal das 1885  gegründete Theater  in der Nähe des Parque Rubén Darío besuchen. Das nach einem Brand zerstörte Gebäude wurde mit Unterstützung der Partnerstädte Hamburg, Utrecht und Zaragoza wieder restauriert.

In Abständen finden dort verschiedenste Kulturveranstaltungen statt: Tanztheater, Folklore, Konzerte, Theateraufführungen und auch Schulentlassungsfeiern von Privatschulen. Programme findet man im Foyer des Gebäudes und im Restaurant El Sesteo.

Die jährlich stattfindenden »Tage zeitgenössischen Tanzes« können sich mit ähnlichen Aktivitäten in der Hamburger Kampnagelfabrik messen. Folkloreveranstaltungen mit Gruppen aus Nicaragua oder fernen Ländern erfreuen sich bei der Leóner Bevölkerung großer Beliebtheit. Theatervorführungen und Konzerte werden leider trotz der zum Teil sehr guten Qualität nicht angenommen. Wer etwas auf sich hält fährt nach Managua.

Um das Theater zu beleben, hat sich 1997 der Verein »Amigos del teatro municipal« gegründet, der nun auch für das Programm zuständig ist.

Finanziert wird der Theaterbetrieb durch das Kulturministerium, die Stadt León und durch Spenden an den Verein. Seit  kurzem finden zweimal monatlich sogenannte »Peñas« im Foyer des Theaters statt, dort zeigen Leóner Künstler ihr Können.

Auszüge aus den «Internationalen Regeln für den Besuch eines Theaters«

- Seien Sie pünktlich

- Tragen Sie keine Waffen im Theater

- Tragen Sie angemessene Kleidung

- Legen Sie Ihre Füße nicht auf die Sessel

Der Eintritt  zu den Veranstaltungen kostet zwischen 1 und 5 Euro und schon allein die Architektur lohnt den Besuch. Aber aufgepasst! Obwohl die »Freunde des Theaters« regelmäßig Zettelchen mit »Internationalen Normen für den Theaterbesuch« verteilen, beginnt kaum eine Veranstaltung pünktlich. Bewaffnete Konflikte habe ich allerdings nie erlebt!

Frauke Finster