Romero-Tage 2021: Wir schweigen nicht – No nos callamos

Das war die Lage im vergangenen Jahr 2020: Eigentlich wollte der Nicaragua Verein Hamburg e.V. gemeinsam mit anderen Veranstaltern die Romero-Tage mit einem vielfältigen Programm im Geiste Oscar Romeros begehen. Romero, Erzbischof von San Salvador, wurde am 24. März 1980 während einer Messe ermordet; im Auftrag des Militärregimes.

Doch dann mussten auch die Romero-Tage aufgrund des sich verschärfenden Corona-Virus-Geschehens in Hamburg abgesagt werden.

Wir hoffen, dass in diesem Frühjahr die Romero-Tage wie von den Veranstalter*innen wie geplant und stattfinden können und dass im Metropolis-Kino eine Filmreihe gezeigt werden kann: 6 Dokumentarfilme sowie 3 Spielfilme.

Darunter die Doku Patria libre para vivir (dt. Freies Vaterland zum Leben) des nicaraguanischen Regisseurs Daniel Rodriguez Moya aus dem Jahr 2020. Am 18. April jährt sich in Nicaragua zum 3. Mal der Volksaufstand gegen die Diktatur Ortega/Murillo. Es gibt hunderte Tote, Verschwundene, politische Gefangene. Polizei, Paramilitärs jagen Anführer der Revolte. Der Film zeigt den Volksaufstand von April 2018, der den Slogan der sandinistischen Revolution „Freies Vaterland oder Sterben“ in das Motto „Freies Vaterland zum Leben“ verwandelt hat. Ein spanischer Journalist schließt sich dem Widerstand an, um die Proteste aus nächster Nähe zu sehen … Der Dokumentarfilm dauert 105 Minuten und ist für eine Vorführung im spanischen Original mit deutschen Untertiteln am 9. April geplant. (Wir halten Sie über die Termine der Romero-Filmtage 2021 im Metropolis-Kino auf unserer Webseite auf dem Laufenden!)

In nicht ganz 10 Monaten finden Präsidentschaftswahlen in Nicaragua statt. Die Repression hat in Corona-Zeiten nicht nachgelassen. Im Gegenteil. Mehr als 100 Oppositionelle werden derzeit vom Regime unter „Hausarrest“ gehalten, darunter Rückkehrende aus dem Exil, entlassene politische Gefangene sowie Familienangehörige von Opfern der Repression, die auf die Demonstrationen vom April 2018 folgte. Anhänger der Opposition versuchen deshalb eine Strategie zu entwickeln.