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Beteiligung und Mitgestaltung politischer Prozesse: Machismo – ein kulturelles Problem?

Am 6. Juni fand das Seminar mit Martha Mendoza (CISAS, Nicaragua), Maria Moreno (AMIFANIC, Nicaragua), Cornelia Pries (Verband binationaler Familien, Hamburg) und Xiomara (Abriendo Espacios, Hamburg) statt.

Im Rahmen des Seminars berichteten die Referentinnen über die konkrete Arbeit in ihren Organisationen, die Probleme, die ihnen dabei entgegentreten und diskutierten über Frauenarbeit in Hamburg und Nicaragua.
Im Verlauf der Diskussion hat sich schnell gezeigt, das in Nicaragua und in Deutschland ähnliche Problematiken im Vordergrund stehen und die Frauenarbeit erschweren und das in beiden Ländern Gewalt gegen Frauen immer noch ein ernst zu nehmendes Problem darstellt. So wurden beispielsweise auf beiden Seiten die bisweilen nur sehr unzureichend ausgeführten Gesetze zugunsten der Frauen kritisiert, etwa im Fall einer Anzeige.

Weiter hat die Diskussion gezeigt, dass die Gesetzeslage in Nicaragua entgegen den gängigen Annahmen bezüglich der Situation der Frau kaum schlechter ist als in Deutschland. Jedoch ist eine erhebliche Diskrepanz in der Umsetzung dieser Gesetzestexte zu erkennen. Staatliche Unterstützung gibt es in Nicaragua für die Frauenorganisationen nicht, vielmehr unterstützen jene den Staatsapparat, um die Anwendung bestehender Gesetze zu garantieren und zu verbessern.

Zum Thema Machismo hat die Diskussion gezeigt, dass das Thema in Deutschland vor allem Migranten zugeschoben wird, obwohl machistische Strukturen durchaus auch in Familien existieren, die keinen Migrationshintergrund haben. Dabei wurde auch die Verantwortung der Frauen in der Erziehung der Jungen hervorgehoben, die mit dazu beitragen, den Machismo auf die nächste Generation zu übertragen.

Im zweiten Teil der Veranstaltung wurde der Einfluss zusätzlicher Faktoren, wie Alter, soziale Gruppenzugehörigkeit, Nationalität, Ethnie, Migrationshintergrund etc. auf die Situation der Frau diskutiert, sowie die Probleme, zu denen unterschiedliche Gesellschaftsmodelle in interkulturellen Partnerschaften führen können.

 

 

 

„Solidarität mit Nicaragua heute“

unter diesem Motto fand am 13.3. in der Werkstatt 3 in Hamburg ein bundesweites Treffen von Nicaragua Solidaritätsgruppen statt. Gekommen waren über 30 Menschen, die sich überwiegend in Städtepartnerschaften oder Eine-Welt-Gruppen mit Nicaragua-Bezug engagieren.

Vier Solidaritätsgruppen, die sich in ihrer Arbeit intensiv mit Nicaragua beschäftigen, waren dazu eingeladen, im ersten Teil der Veranstaltung ihre Position gegenüber der aktuellen politischen Lage in Nicaragua darzustellen und zu begründen, woraus sich eine lebhafte Diskussion ergab.

Im zweiten Teil der Veranstaltung wurden in Arbeitsgruppen konkrete Handlungsmöglichkeiten skizziert und über die Definition von Solidarität und Entwicklungszusammenarbeit diskutiert.

Ziel und Ergebnis der Veranstaltung war konkrete Strategien für zukünftige gemeinsame Aktionen zu formulieren, Möglichkeiten der Vernetzung aufzuzeigen und eine gemeinsame Linie in Bezug auf die politische Situation in Nicaragua zu finden.