Notizen zur Projektarbeit 2016

Ein neues Dach für Las Tías

Im Berichtszeitraum  2015/2016 wurden folgende Projekte vom Nicaragua Verein unterstützt:

Las Tías

Dank der zahlreichen und treuen SpenderInnen konnte der Nicaragua Verein das Projekt - wie schon in den Vorjahren – durch die Finanzierung des Gehaltes einer Erzieherin und der monatlichen Betriebskosten unterstützen.

Außerdem konnte  der Nicaragua Verein einen Teil  der Renovierung des Daches der Räumlichkeiten für die psychologische Betreuung der Kinder mitfinanzieren. Die Tias wurden in dieser Maßnahme auch von einer anderen Organisation unterstützt.

Projekt „Niños del Fortín“ (ANF)

Durch die finanzielle Unterstützung sowohl von SpenderInnen des ehemaligen Vereins „Helft Nicaraguas Kindern“ (APNN), als auch durch neu hinzugewonnene SpenderInnen konnte der Nicaragua Verein die Finanzierung der Betriebskosten, das Gehalt einer Erzieherin und die Stelle der Hauptkoordinatorin des Vereins „Niños y Niñas del Fortín“ sicherstellen.

Straßenkinderprojekt „Chavaladas“

Auch im Jahr 2016 konnte die Förderung des vom Verein „Niños del Fortín“ durchgeführten Straßenkinderprojekts " Chavaladas" weiter unterstützt werden. Das Projekt wird von der Stiftung pro juventute finanziert.

Mujeres

Wegen des geringen Spendenaufkommens sollte die Stelle einer Beraterin/eines Beraters für das Zentrum der Arbeitenden Frau (CECAMO mit dem Projekt „No es prohibido soñar“ = Träumen ist nicht verboten) finanziert werden. Ziel war es, ein Nachhaltigkeitskonzept zu erarbeiten, um dem Projekt zu einer gewissen Selbständigkeit zu verhelfen. Leider zeigten die Projektverantwortlichen wenig Interesse, eine geeignete Person zu finden. Aus diesem Grund hat der Nicaragua Verein beschlossen, das Projekt nur noch bis Oktober 2016 regelmäßig zu unterstützen. Die wenigen noch eingehenden Spenden werden vorerst zurückgestellt und in Zukunft nur noch punktuell auf Antrag für CECAMO verwendet.

Umweltprojekt Schildkröten

In Zusammenarbeit mit dem Verein SONATI1-Nicaragua, unterstützt der Nicaragua Verein ein Pilotprojekt in Salinas Grandes, um die Meeresschildkröteneier vor dem Verzehr durch Wohlhabende zu schützen. Die aufgekauften Eier werden in einer bewachten Aufzucht naturnah ausgebrütet, und die kleinen Schildkröten werden dann auf Ihrem Weg bis ins  Meer vor den Raubvögeln geschützt. Für die „Eierdiebe“ wird nach alternativen Einkommensquellen gesucht und das Umweltbewusstsein wird geschärft.

Vorschule „Los Pingüinos“ (Die Pinguine)

In Zusammenarbeit mit einer Gruppe von SpenderInnen aus Leipzig konnten die Honorare für zwei ErzieherInnen finanziert werden. Außerdem konnte der Nicaragua Verein das Projekt bei der Installation neuer Türen finanziell als punktuelle Förderung unterstützen.

Freiwilligen Arbeit in León

Wie auch schon in den letzten Jahren erhielten wir zahlreiche Anfragen von jungen Menschen, die auf eigene Kosten für eine begrenzte Zeit in einem Projekt in León mitarbeiten möchten. Wir konnten drei Freiwillige vermitteln, die beim Projekt Las Tias und  Niños del Fortín mitarbeiteten. Ein Freiwilliger absolviert ein Praktikum in der Universität La Salle (ULSA).

Schulpartnerschaften

Der Nicaragua Verein verwaltete die Spenden der Hamburger Schulen und die aus der Mittelamerika-Gruppe der GEW und übermittelte in diesem Jahr die entsprechenden Spenden nach León.

Transparent - Hör die Musik des Waldes

Punktuelle Unterstützung

Wie in den vorigen Jahren, konnte der Nicaragua Verein SONATI bei der Durchführung des VII. Festivals des trockenen Waldes unterstützen.

Auch der Verein „Vínculos Solidarios“ (Projekt Spielothek) konnte mit der finanziellen Unterstützung des Nicaragua Vereins eine professionelle Popkornmaschine kaufen. Damit kann das Projekt nun eine gewisse Nachhaltigkeit durch eigene Einnahmen erlangen.
Das im Jahr 2015 angefangene Projekt gegen Kinderarbeit im Leoner Stadtteil Chacraseca konnte in diesem Jahr erfolgreich abgeschlossen werden. Der Nicaragua Verein hat sich bei der Finanzierung dieses Projektes beteiligt.

Städtepartnerschaftsprojekte

Diese Projekte werden aus Mitteln der offiziellen Städtepartnerschaft finanziert. Der Nicaragua Verein hat zwei Projekte des Jahres 2015 für die Senatskanzlei (SK) durchgeführt.

Umfassende Betreuung von Straßenkindern und Jugendlichen „Chavaladas“

Durchgeführt wird dieses Projekt von der Asociación Niños y Niñas del Fortín (ANF). Mit Mitteln der Senatskanzlei wird die umfassende Betreuung von ca. 35 Kindern, Heranwachsenden und deren Familien ermöglicht. Die Kinder erhalten eine gesunde Mahlzeit, Gesundheitspflege, Unterkunft, Nachhilfeunterricht sowie die Möglichkeit an  Ausflügen und Sport teilzunehmen.

Club der Umwelt - Recycling auf Rädern Phase II

Durchgeführt wird dieses Projekt vom Verein SONATI-Nicaragua.
Während der Ausführung der ersten Phase des Projektes, zeigte sich die Notwendigkeit, mit den Kindern und Jugendlichen in der Gegend kontinuierliche Aktivitäten durchzuführen, um sie wirklich für das Umweltthema zu sensibilisieren. Das ist für die Umwelterziehung in der Gemeinde und die Nachhaltigkeit des Projektes unverzichtbar. Es werden UmweltgruppenleiterInnen ausgebildet mit einem Programm von Aktivitäten im Recyclingpark auf Rädern.

Jeweils eine Gruppe von Frauen und Jugendlichen wird außerdem für die Herstellung von Kunsthandwerk aus "Abfall" d.h. aus Recyclingmaterial ausgebildet.

Martha Borstelmann

aus: Rundbrief 2016

 

Kriterien für die Förderung von Projekten

Präambel

Der Nicaragua Verein fördert Entwicklungsprojekte in Nicaragua – vordringlich in Hamburgs Partnerstadt León

  • unabhängig von politischen und religiösen Zugehörigkeiten
  • wenn sie strukturelle Veränderungen anregen
  • und besonders benachteiligte Bevölkerungsgruppen fördern.

Die Schwerpunkte der Projektförderung liegen in der Stärkung von Organisationen/Gruppen, die sich für die Rechte von Frauen oder Kindern oder für den Umweltschutz einsetzen.

Wegen der großen Bedeutung von Bildung für die Entwicklung der kulturellen Identität des Einzelnen und damit der Gesellschaft insgesamt, ist sie Bestandteil in allen Projekten.

Bei der Projektfindung und -durchführung kooperieren Projektorganisationen mit dem Nicaragua Verein in León.

Beantragende Organisationen

müssen eigenständige originäre Leóner Gruppen oder Nichtregierungsorganisationen sein.

  • sollten eigenständige Entwicklung anstreben
  • und möglichst Institutionen nach nicaraguanischem Recht sein.
  • Auf dieser Grundlage ist folgender Kriterienkatalog für die Förderung von Projekten anzuwenden.

Voraussetzungen

  • Für die Projekte muss ein unmittelbarer Bedarf vorliegen. Er wird von den Menschen oder Organisationen vor Ort ermittelt.
  • Die Projektziele sollten plausibel und anhand von Statistiken, Befragungen etc. überprüfbar sein. Eine gesellschaftspolitische Einordnung, Bewertung oder Analyse der Ziele durch die Projektpartner sollte mit dem Projektantrag vorliegen.
  • Aus der  Projektbeschreibung muss klar hervorgehen, wie durch das Projekt die Situation nachhaltig verbessert werden soll. Daher müssen die Projekte in der Regel strukturverändernde Prozesse in Gang setzen und das Selbstbewusstsein und die Entwicklung der betroffenen Personen fördern.
  • Eine Abhängigkeit von den Zahlungen aus Hamburg muss vermieden werden.
  • Die Dauer des Projektes ist in Zeit und Ziel klar beschrieben. Zeitlich unbefristete Projekte werden regelmäßig anhand dieser Kriterien überprüft.
  • Von den Antragsstellern bzw. den Nutznießern der Projekte erwartet der Nicaragua Verein einen messbaren Eigenanteil (mindestens 10%) - entweder als direkten finanziellen Beitrag oder in Form von geldwerter Eigenleistung an den beantragten Projektkosten.
  • Der Projektantrag muss unter Verwendung der aktuellen Formulare des Nicaragua Vereins eine detaillierte Aufstellung der geschätzten anfallenden Kosten enthalten.
  • Eine ordnungsgemäße Abwicklung der Projekte muss gewährleistet sein. Dazu gehören der Nachweis über die verwendeten Gelder, Fortschrittsberichte und eine fristgerechte Durchführung.

Weitere Fragen, die beachtet werden sollten:

  • Besteht die Möglichkeit für personellen Austausch im Rahmen des Projektes?
  • Können Freiwillige oder Fachleute eingeworben werden?
  • Wie hoch ist der Multiplikatoreffekt oder wie groß die Breitenwirkung?
  • Gibt es bei der Organisation fachliche und regionale Erfahrung?
  • Werden bewährte Technologien und Dienstleistungen ausgenutzt?
  • Ist der Antragsteller bekannt, hat er Vorgängerprojekte ordnungsgemäß abgewickelt?
  • Ist das Personal ausreichend und kompetent?
  • Wird die Abhängigkeit und werden die Machtverhältnisse zwischen Nord und Süd thematisiert?
  • Gibt es alternative oder parallele Förderungen, insbesondere bei langfristigen bzw. unbefristeten Projekten wäre das wünschenswert?
  • Ist eine Zusammenarbeit mit anderen Organisationen oder Projektträgern möglich oder erwogen worden?

Es erhalten keine Förderung:

  • Organisationen, die selbst oder deren Projekte im Widerspruch zu den Vereinszielen stehen.
  • Projekte, die auch ohne Förderung verwirklicht werden können.
  • Einzelpersonen

Ausnahmen:

Über Katastrophenhilfe sollte je nach aktueller Situation im Verein entschieden werden

 

Nicaragua Verein Hamburg

Stand: 16. April 2014