Kinderprojekt "Las Tias"

Jeder hat seine eigene Zahnbürste
Jeder hat seine eigene Zahnbürste
Freizeitvergnügen auf dem Innenhof von ‚Las Tías‘
Freizeitvergnügen auf dem Innenhof von ‚Las Tías‘
Piñata
Piñata
Tanzen
Tanzen
Elternschule
Elternschule

Wir kümmern uns um Kinder und Jugendliche aus sehr armen Verhältnissen

Der Verein ‚Las Tías‘ (Die Tanten) ist eine gemeinnützige Organisation der Zivilgesellschaft, die sich in León für die Rechte der Kinder und Heranwachsenden einsetzt. ‚LasTías‘ wird seit vielen Jahren vom Nicaragua Verein unterstützt. Das Projekt hat sich verändert in den vielen Jahren, mit neuen Zielen und einem höheren Grad an Professionalisierung. Wir haben deshalb die ‚Tanten‘ gebeten, sich noch einmal vorzustellen:

Unsere Organisation wurde am 16. September 1989 gegründet. Den Namen „Las Tías“ gaben uns die ersten Kinder, um die wir uns kümmerten. Sie nannten uns aus Dankbarkeit und Zuneigung „Tanten“. Wir halfen aus eigener Initiative und unentgeltlich Kindern und Jugendlichen, die offensichtlich Unterstützung brauchten.

In den ersten zehn Jahren kümmerten wir uns um Kinder und Jugendliche, die auf der Straße rund um den Markt Santos Bárcenas herum lebten. Sie schnüffelten Lösungsmittel, waren Opfer von Misshandlungen, von Kinderarbeit oder auch gewerblicher sexueller Ausbeutung. Auf Grund neuer Regelungen der Regierung für das Wirken von Organisationen der Zivilgesellschaft mussten wir nach 15 Jahren unser Selbstverständnis und unsere Ziele neu formulieren. Seitdem arbeiten wir mit zwei Programmen: Ein Präventionsprogramm für Kinder zwischen sechs und dreizehn Jahren und ein Präventionsprogramm für Jugendliche von 14 bis 18 Jahren, in dem wir auch berufliche Grundfertigkeiten vermitteln.

Gegenwärtig kümmert sich unsere Vereinigung um Kinder und Jugendliche aus sehr armen Verhältnissen, die kein richtiges Zuhause haben, weil ihre Mütter auf den Märkten arbeiten oder sich als Straßenhändlerinnen betätigen. Teilweise leisten sie selbst Kinderarbeit, sind Kinder von Hausangestellten oder von alleinstehenden Frauen, Kinder, die von den Großeltern, Onkeln oder Geschwistern betreut werden oder in einigen Fällen auch Weisenkinder, um die sich die Nachbarn kümmern.

Unsere Aktivitäten

  • Wir sorgen dafür, dass die Kinder und Jugendlichen zur Schule gehen und unterstützen sie beim Lernen, sie bekommen Essen und wir bieten ihnen und auch ihrer familiären Umgebung psychologische Hilfe an
  • Wir bieten den Eltern schulische Bildung an
  • Wir unterstützen die Kinder und Jugendlichen durch eine Sozialarbeiterin, die sich in den Schulen und auch bei ihnen zu Hause darum kümmert, dass die Kinder und Jugendlichen Lernerfolge erreichen und sich entwickeln
  • Wir sorgen dafür, dass sie sich in ihrer Freizeit erholen können, indem wir Tänze unterrichten, Handarbeiten machen, Freizeitsport betreiben (z.B. Fußball, Basketball), Lernspiele zeigen oder auch Spazieren gehen.

Durch all diese Aktivitäten wollen wir erreichen, dass die soziale Isolierung, die Ungleichheit zwischen Mädchen und Jungen und die Gewalt und Ausbeutung gegenüber Kindern in all ihren Formen vermindert werden. Außerdem wollen wir auch einer mangelnden gesundheitlichen Entwicklung auf Grund des Mangels an Sport- und Freizeitprogrammen entgegenwirken.

Diese Programme könnten wir ohne die internationale Unterstützung, die wir erhalten, nicht durchführen. Glücklicherweise konnten wir seit den 1980er Jahren eine enge Zusammenarbeit und Freundschaft zwischen Hamburg und León aufbauen.
Im Moment werden Dank der Hilfe aus Hamburg 80 der sechs- bis dreizehnjährigen Kinder direkt unterstützt; sie erhalten Essen, schulische Unterstützung und weitere Programme.

Durch diese Unterstützung konnten wir einige Erfolge erreichen:

  • 70% der Teilnehmenden bestanden ihre Prüfungen
  • 100% der Kinder gehen zur Schule
  • 95% der Kinder werden gut ernährt
  • Die Betreuer der Elternschule können diese dazu motivieren, ihre Kinder in der schulischen Ausbildung zu unterstützen, was sich in verbesserten Ergebnissen der Kinder zeigt.

Aber es gibt auch noch Schwierigkeiten:

  • Einige Kinder haben Probleme, die angebotenen Speisen zu essen
  • Einige Kinder haben Schwierigkeiten in einigen Schulfächern
  • Einige Eltern oder Lehrer achten zu Hause nicht darauf, dass die Kinder ihre Ausbildung ernst nehmen
  • Die Lebenshaltungskosten steigen ständig, wie z.B. die Versorgung mit Trinkwasser oder elektrischer Energie durch öffentliche Dienstleister.

An baulichen Maßnahmen konnten wir im vergangenen Jahr den Küchenbereich im Präventionszentrum für die Sechs- bis Dreizehnjährigen erneuern, wodurch die hygienische und gesundheitliche Situation bezüglich der Ernährung deutlich verbessert wurde.

Für die nächsten Jahre haben wir uns vorgenommen, genau so viele Kinder zu betreuen wie bisher. Weiterhin wollen wir Aufklärungsarbeit unter 12- und 13-jährigen Mädchen organisieren, um Schwangerschaften im Kindesalter vorzubeugen. Wir streben an, 100% der Kinder in das normale Schulsystem zu integrieren. Und schließlich wollen wir das akademische Niveau und die Anzahl der Lehrer in der Erwachsenenbildung anheben.

Magno Bervis
Übersetzung: Matthias Schindler

 

Um die Arbeit von „LAS TIAS“ auch in Zukunft unterstützen zu können, bitten wir  weiterhin um große und kleine Spenden.

Spendenkonto (*):

Nicaragua Verein e.V.

IBAN: DE30 2001 0020 0051 1372 05 (Kontonr. 511 37 205)

BIC: PBNKDEFF200 (BLZ: 200 100 20)

Postbank Hamburg

Stichwort: "Kinder"
 
(*) Bei Angabe von Namen und Adresse im Feld Verwendungszweck stellen wir eine Bestätigung über Spenden/Zuwendungen aus.

 

Berichte aus dem Projekt 'Las Tias'