Projekte

Das Hausbauprojekt

Ende Oktober 1998 wütete der Hurrikan Mitch, der sich vor allem durch seine nie zuvor beobachteten Regenmassen hervortat, in Mittelamerika. Neben Honduras war Nicaragua durch riesige Überschwemmungen und Schlammlawinen am stärksten betroffen. Tausende starben Hunderttausende wurden obdachlos.

Hamburgs Partnerstadt León und deren ländliche Umgebung gehörten zu den am stärksten betroffenen Gebieten Nicaraguas. Unter dem Motto "Stärker als jede Flut ist die Welle der Hilfsbereitschaft" begann die größte Spendenaktion, die es in Hamburg je für unsere Partnerstadt gegeben hat.

In wenigen Monaten wurden ca. 870.000 Euro (damals über 1,7 Millionen DM) gesammelt. Der Senat, Parteien, Kirchen, Schulen, Gewerkschaften, große Unternehmen bis hin zu kleinen Geschäften, Stadtteilinitiativen und ganz viele Einzelpersonen haben zu dieser Hilfe aufgerufen und sich an den Sammlungen beteiligt.

Über 100.000 EinzelspenderInnen überwiesen Geld an den Nicaragua Verein, der das innerhalb weniger Wochen angelaufene Hausbauprojekt koordinierte. Das Geld ist komplett – d.h. ohne Abzug der angefallenen Kosten für die Abwicklung – nach León überwiesen worden. Nahezu die gesamte Arbeit wurde ehrenamtlich geleistet.

167 Häuser mit Öfen, Wasserversorgung und Latrinen sollten im Ländlichen Südosten Leóns unter fachmännischer Anleitung im Eigenbau errichtet werden. Weiterhin wurde ein Kreditprogramm gestartet, um die landwirtschaftliche Produktion wieder in Gang zu bringen.

Im Oktober 2002 wurden den letzten begünstigten Familien die Eigentumstitel für die Häuser überreicht, die sie größten Teils schon ein oder zwei Jahre vorher bezogen hatten.



Einzelheiten über den Ablauf und die Entwicklung dieses Projektes sind in den weiteren Berichten dokumentiert (sie werden zur Zeit aktualisiert).

Matthias Schindler